Yapping bezeichnet einen Social-Media-Stil, bei dem Menschen scheinbar spontan und ungefiltert direkt in die Kamera sprechen.
Stell dir vor: Du öffnest Social Media und landest bei einem Video, das auf den ersten Blick aussieht, als hätte jemand einfach die Frontkamera eingeschaltet und losgelegt. Kein ausgeleuchtetes Set, keine sieben Kameraperspektiven und kein Schnitt nach jedem dritten Wort.
Eine Minute vergeht, dann die nächste und du hörst immer noch zu.
Willkommen beim Yapping.
Yapping-Videos wirken persönlich, ungestellt und bewusst unproduziert. Dadurch entsteht der Eindruck, jemand würde grad aus dem Nähkästchen plaudern. Als würdet ihr gemeinsam am Küchentisch sitzen.
Was dabei oft übersehen wird: Yapping-Videos entstehen nicht durch planloses Drauflosreden. Hinter der lockeren Wirkung steckt eine klare Botschaft und vor allem die Fähigkeit, eine Geschichte so zu erzählen, dass andere bis zum Ende zuhören möchten.
Oder anders gesagt: Yapping soll aussehen, als hättest du einfach die Kamera eingeschaltet. Es sollte sich aber nicht klingen, als hättest du erst da mit dem Denken begonnen.
Was bedeutet Yapping eigentlich?
Der Begriff kommt wie so vieles auf Social Media aus dem englischsprachigen Raum. „To yap“ bedeutet sinngemäß, ausdauernd zu reden oder zu plappern. Auf Social Media hat sich daraus ein Format entwickelt, bei dem ausführliches Erzählen zum Stilmittel wird.
Statt jeden Satz vorab zu formulieren, spricht die Person frei in die Kamera. Kleine Versprecher dürfen bleiben, die Aufnahme muss nicht wie eine Werbeproduktion wirken und selbst ein Spaziergang kann zur Kulisse werden.
Ein Yapping-Video fühlt sich weniger nach klassischer Social-Media-Beitrag und mehr nach persönlichem Gespräch an. Das macht es besonders interessant für Storytelling.
Gutes Yapping braucht einen roten Faden
Wer jetzt denkt, dass für ein Yapping-Video nur eine Frontkamera und ein Mitteilungsbedürfnis notwendig sind, macht es sich zu einfach.
Die Videos wirken spontan, die Gedanken dahinter sind es meist nicht.
Gute Creator:innen wissen vor der Aufnahme, welche Botschaft sie vermitteln möchten, in welcher Reihenfolge sie ihre Gedanken erzählen und was ihr Gegenüber am Ende aus dem Video mitnehmen soll.
Ein ausformuliertes Skript brauchst du dafür nicht. Stichpunkte reichen.
Nehmen wir an, du möchtest darüber sprechen, warum regelmäßiges Posten allein noch keine Social-Media-Strategie ergibt. Dann könntest du dein Video so beginnen:
„Heute möchte ich dir erklären, warum eine Social-Media-Strategie wichtig ist.“
Fachlich völlig in Ordnung. Reißt aber keinen vom Bürostuhl.
Spannender wäre:
„Ich hatte diese Woche ein Gespräch mit einem Unternehmen, das dreimal pro Woche auf Social Media postet. Als ich gefragt habe, was die Beiträge erreichen sollen, wurde es still.“
Jetzt gibt es eine Situation, eine offene Frage und einen Grund, der Geschichte weiter zu folgen.
Danach erzählst du, was passiert ist, welche Erkenntnis daraus entstanden ist und was deine Zuschauer:innen daraus mitnehmen können. Schon wird aus einer fachlichen Erklärung eine Geschichte.
Welche Themen eignen sich für Yapping?
Die gute Nachricht: Du musst für Yapping nicht jeden Dienstagmorgen eine lebensverändernde Erkenntnis haben. Die besten Ideen entstehen im Alltag.
- Eine Kund:in stellt dir eine spannende Frage.
- Im Team wird über ein Thema diskutiert.
- Bei einem Projekt läuft etwas anders als geplant.
- Eine Kollegin sagt einen Satz, der dir im Kopf bleibt.
- Du schaust einen Film und bemerkst etwas, das sich auf deine Branche übertragen lässt.
- Beim Spaziergang taucht dieser eine Gedanke auf, der selbstverständlich verschwunden ist, sobald du wieder am Schreibtisch sitzt.
All das kann der Anfang eines Yapping-Videos sein.
Deshalb lohnt es sich, eine Ideensammlung für Social Media Content anzulegen. Schreib jeden Tag drei bis fünf Gedanken in deine Notizen. Dabei brauchst du noch keine fertige Hook und auch kein Skript. Ein Satz genügt:
- „Kunde fragt, ob drei Posts pro Woche reichen.“
- „Diskussion im Team über KI-Content.“
- „Fehler bei Projekt X – was wir daraus gelernt haben.“
- „Gedanke beim Spaziergang über Kundenbewertungen.“
Nach einer Woche hast du bereits eine kleine Ideenbank, aus der sich mehrere Yapping-Videos entwickeln lassen.
So setzt du Yapping für dein Unternehmen ein
Yapping eignet sich besonders für Unternehmen und Personal Brands, die Wissen mit Persönlichkeit verbinden möchten. Statt Tipps aufzuzählen, kannst du erzählen, woher eine Erkenntnis kommt.
Auf LinkedIn kann das ein Kundengespräch sein, aus dem du ein Learning ableitest. Auf Instagram oder TikTok kannst du mit Alltagssituationen, Behind-the-Scenes-Einblicken oder Erfahrungen arbeiten.
Muss ein Yapping-Video perfekt aussehen?
Nein. Es sollte aber auch nicht so aussehen, als hätte dein Smartphone während eines Erdbebens versucht, dich heimlich zu filmen.
Der Charme von Yapping liegt darin, dass die Videos ungezwungen und wenig inszeniert wirken. Ein Smartphone und eine Alltagssituation reichen aus. Entscheidend ist, dass dein Gesicht gut erkennbar ist und man dich versteht.
Besonders beim Ton lohnt sich ein kurzer Check vor der Aufnahme. Ein Spaziergang ist eine schöne Kulisse, solange nicht drei Minuten lang der Wind die Geschichte erzählt.
Ungefiltert bedeutet schließlich nicht unbrauchbar.
Fazit: Yapping lebt von Geschichten
Yapping zeigt, dass Social Media Content nicht immer aufwendiger werden muss, um Menschen zu erreichen. Statt perfekter Inszenierung stehen beim Yapping auf Social Media Persönlichkeit, Storytelling und eine klare Botschaft im Mittelpunkt.
Wenn du das Format ausprobieren möchtest, brauchst du keine Vorbereitung. Nimm eine Situation aus deinem Alltag, überlege dir, warum sie für deine Zielgruppe interessant ist und welchen Gedanken du vermitteln möchtest. Ein paar Stichpunkte sorgen dafür, dass deine Geschichte einen roten Faden behält.
Dann kannst du die Kamera einschalten und erzählen.
Denn Yapping bedeutet zwar reden, aber am besten mit etwas, das es wert ist, gehört zu werden.
Du möchtest lernen, wie aus „Darüber könnte ich einmal etwas posten“ ein Social-Media-Beitrag wird, den Menschen wirklich sehen wollen? Dann schau unsere Schulungen durch und finde die, die zu dir und deinem Unternehmen passt.
